Kirchner Hochtief

Auf dem Debut-Album „Evakuiert das Ich-Gebäude“ seufzt und schreit und bängt und schhhhhht und knurrt und summt KIRCHNER HOCHTIEF in deutscher Sprache -
von Widersprüchen gezeichnet, als würden Patrick Bateman und Gordon Gecko zu Occupy aufrufen oder als wäre Bukowski im Suff bei den Beach Boys eingestiegen: singen und versingen ihre Songs - zerrissen zwischen Pop und Noise. Launische Konstrukte. Die rumpeln und taumeln naiv durch den Klangraum und verwandeln sich dann unvermittelt in komplexe harmonische Labyrinthe – fordern einen neuen deutschen Pop: einen, der der angepassten Radiomusik den Krieg erklärt. Gitarren wie Kathedralen, Tasten prügeln sich zu Melodien und die Schlagwerke und Rhythmusmaschinen grölen „WOW, REVOLUTION!“. Und dann plötzlich flirren akustische Gitarren entrückte Flächen und Blechbläser betrauern die einsame Stimme die unsicher von den absurd großen Themen singt: der grausamen Liebe, traurigen Revolutionen, dem Traum von 15 Minuten Anonymität und davon wie es ist ein Mann zu sein - Hier politisch, da privat. Kirchner Hochtief will etwas über Herkunft wissen und will doch aus der Zukunft kommen - will berühmt werden, einfach nur um zu zeigen wie einfach das ist. Kotzt groß. Will dem Mainstream sein Gegenteil verkaufen, ihm das „Anti“ einpflanzen, ihn mit seinen glamourösen Negationen umarmen, will den Zentren ihre Ränder unterjubeln. Eine neue Hochkultur, die den alten Pop fickt. Aber nur im Anzug mit Schlips.

Booker:

Artists
Company
Events
© RBK Fusion 2019